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Radare – Infinite Regress

Aus irgendeinem Grund hab ich ja Crust erwartet. Aber dann war’s doch Post-Rock.

Zum Thema. Radare kommen aus Wiesbaden/Mainz, sind zu viert und machen Post-Rock. Am 13. März kommt ihr erstes Album Infinite Regress. I.corrupt waren so nett und ließen uns mal rein hören. Somit sind wir, respektive ich,  jetzt klüger als ihr und damit das nicht so bleibt gibt’s endlich mal wieder ‘n Review.

Die Platte läuft gut 45 Minuten, die sich auf 4 Stücke verteilen.

Der erste Track Morast beginnt etwas stonermäßig, zieht dann aber an und wartet mit schönem Gitarrengefrickel auf. Das Ganze geht sehr in die Euro-Screamo-Richtung. Zumindest bis die Trompete übernimmt. Die spielt dann eine ganze Weile die Hauptrolle und sorgt für eine wunderbar melancholische Stimmung. Schließlich steigen dann Gitarren und später Schlagzeug mit ein und schaffen eine schwere und langsame Soundwand. An dieser Stelle gibt es dann auch zum ersten Mal Gesang, bzw. langgezogenes Screaming zu hören. Der Song bläht sich immer weiter auf und vergeht schließlich.

Weniger dystopisch geht es dafür bei Licht aus / The lesser graves zu. Etwas verspielte Melodien, deren Spannung immer wieder schwankt, mit einer Menge Hall. Schließlich entwickelt sich ein heller, heavy Sound, der sehr gut mit dem gepressten Gesang harmoniert. Es geht wieder weiter in die Euro-Screamo Richtung und der Gesang wird clean. Nach einem längeren Heavypart schleicht sich der zweite Song schließlich ganz leise mit Hilfe eines Klaviers davon.

Dafür beginnt der nächste Song By the flood dafür mit richtig schönen Powerchord Riffs. Black Sabbath wären neidisch bei so viel doomness. Anschließend gibt es eine längere melancholische Strecke. Zunächst wieder mit Trompete, aber auch mit Klavier und Schlagzeug. Der Sound wird verzerrt und Gittare + Bass steigen sehr heavy mit ein. Schließlich driftet der Song wieder in die Richtung Wüstenblues/Stoner  und die Melodie verschwindet  in einem ziemlich obskuren Schlagzeugspiel.

Das geht auch gleich auf dem letzten Track Asthenic doubts revolve weiter. Der Song baut sich erst langsam auf. Getragen vom Schlagzeug, den Saiteninstrumenten und sehr viel Hall. Dann zieht er an und bekommt einen schönen Groove, bevor Gitarren und der einsetzende Gesang, der diesmal stark in Richtung Shouting geht, wieder bremsen. Zum Schluss verliert sich der Song beinahe in sich selbst und wird schließlich einfach ausgeblendet.

Dann ist alles schon vorbei. Eigentlich richtig traurig bei einem so gutem Album.

eriik

Radare
Infinite Regress
März 2010
I.corrupt.records : Shark Men Records
myspace.com/radareradare

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